Neuer Ausstellungsbereich: LUDWIG ERHARD – IM ORIGINAL

11. März 2022 | Event

Anlässlich des 125. Geburtstags von Ludwig Erhard Anfang 2022 eröffnet das LEZ in Fürth den neue Ausstellungsbereich „LUDWIG ERHARD – IM ORIGINAL“. Der Ausstellungsbereich im Neubau des LEZ wirft einen sehr persönlichen Blick auf den ersten Bundeswirtschaftsminister und späteren Bundeskanzler. Gezeigt werden den Besucher:innen authentische Bilder und Objekte aus dem privaten Nachlass von Ludwig Erhard, der unter spektakulären Umständen in den 1990er-Jahren verkauft wurde und auf verschlungenen Pfaden nach Fürth gelangte.

Text: Magdalena Kick Bilder: Stiftung Ludwig-Erhard-Haus

Die Geschichte hinter der Ausstellung

Im Juni 1993 schaltete der Verein Ludwig-Erhard-Stiftung e.V. in Bonn ein winziges Inserat „Wohnungsauflösung“. Der Bonner Kunsthändler F.W. Ockenfels reagierte sofort und konnte sein Glück kaum fassen: Ludwig Erhards Antiquitäten, Silberbesteck, feinstes Porzellan, Gemälde, Ehrendoktormäntel und -hüte, Staatsgeschenke, der Frack, in dem er zum Bundeskanzler vereidigt wurde, sein Personalausweis und ein wichtiger Zettel für die Familie. Die Wogen schlugen hoch: Sogar die ARD „Tagesthemen“ und das ZDF „Heute-Journal“ kritisierten in ausführlichen Berichten den spektakulären Verkauf an einen Privatmann – die Museen gingen leer aus. Dem SPIEGEL war die Story insgesamt drei Berichte wert: zuletzt 2010, als ein anonymes Konsortium den Nachlass für 2 Millionen Euro anbot.

Die Fürther TV-Journalistin Evi Kurz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus, begann ihre Recherche um den Verbleib dieses wichtigen Kulturerbes 2011, in dem Jahr, als die Idee aufkam, ein Ludwig Erhard Zentrum in Fürth zu errichten. Fast drei Jahrzehnte nach dem Verkauf gelang der Coup: Nach mehrjährigen Verhandlungen erwarb das LEZ den Nachlass aus Südafrika und führte ihn zurück in die Heimat. Ergänzt wird dieser Bestand durch großzügige Leihgaben der Urenkel Erhards.

1950er-Jahre-Kinderkaufladen der Familie Erhard.
Bild: Stiftung Ludwig-Erhard-Haus

Erhards Gehstöcke, sein Personalausweis und ein Notizzettel mit Hinweis auf ein Geldversteck.
Bild: Stiftung Ludwig-Erhard-Haus

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