Ausstellung in der Bode Galerie

29. März 2022 | Event

Im Herbst 2020 erstrahlte die Steintribüne auf dem Nürnberger Zeppelinfeld in den Farben des Regenbogens – das Regenbogenpräludium des Künstlerkollektivs Arquus löste eine Debatte rund um Erinnerungskultur aus und schöpfte eine künstlerische, sowie politisch wichtige Bildikone.

Text: Magdalena Kick Bild: Bode Galerie

Während sich das Bild der Bemalung durch die sozialen Medien und die Presse verbreitete, suchten Augen vor Ort umsonst eine Spur der bunten Farben – fast so schnell wie die Farben aufgetragen wurden, wurden sie wieder entfernt. Doch das Bild bleibt. Und es spricht. Es stellt Fragen, es fordert auf und es verspricht ein Weitermachen – handelte es sich dem Titel nach (nur) um ein Vorspiel. Die Ausstellung der Bode Galerie setzt an diesem Punkt an und stellt den weiteren Weg rund um das Projekt vor.

Das Regenbogenpräludium war von vornherein eine auf temporäre Sichtbarkeit angelegte Aktion, ein Zeichen, eine künstlerische Setzung, und kein auf Ewigkeit angelegtes Werk. Damit steht es in einem spannenden ästhetischen Gegensatz zu der Idee des „1000-jährigen Reichs“ und ergänzt eine ikonische Reihe.

Die promovierte Kunsthistorikerin und Autorin Marie-Louise Monrad Møller und der Japanologe Prof. Fabian Schäfer verweisen auf die digitale Zweitverwertung als konzeptuellen Bestandteil der im Jahr 2020 mit dem Regenbogenpräludium geschaffenen neuen, zeitgemäßen und lange überfälligen Bildikone.

Freiräume für Interpretation

Auf den ersten Blick wirkt der „Regenbogen“ dekorativ – vielleicht sogar naiv. Er hebt sich von der monotonen Fassade ab und nutzt geschickt ihre Form. In Wirklichkeit handelt es sich aber um eine konzeptuelle Arbeit, die dem Betrachter Freiräume für die Interpretation bietet – sogar noch jetzt.  Monrad Møller & Schäfer dazu: „Ein Gegendenkmal erhält seine Legitimation allein aus der Existenz eines bereits vorhandenen Denkmals, schöpft seine Aussage aber aus dem aktuellen Geschichtsverständnis“.

Das Regenbogenpräludium des Künstlerkollektivs Arquus.
Bild: Andy Körper

Die Galerie Bode in der Lorenzer Straße in Nürnberg.
Bild: Magdalena Kick

Der Regenbogen an der Zeppelintribüne wurde Teil der jüngsten (Kunst-)Geschichte Nürnbergs, bereits gymnasiale Geschichtsbücher nahmen das Kunstwerk in ihre Seiten auf und der öffentlich-rechtliche Sender 3Sat beleuchtete die Aktion im Kontext der Dokumentation „Propaganda aus Stein“.

Die Ausstellung läuft vom 29. März bis 23. April 2022. Dienstag bis Freitag von 11:00 bis 18:00 Uhr und Samstag von 11:00 bis 16:00 Uhr.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es hier.

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