Design in allen Facetten

22. April 2022 | Event

Eine Reise mit dem Zug neu gedacht – 
Die Sonderausstellung „Design & Bahn“ wird noch bis Mitte Juni im DB Museum 
Nürnberg gezeigt. Die einmalige 
Ausstellung erlaubt eine Reise durch die verschiedenen Entwicklungsstufen des Eisenbahn-Designs – von den Anfängen um 1900 bis hin zur Gegenwart und der nahen Zukunft. Konzeptionell ist die Ausstellung in insgesamt 20 Episoden aufgeteilt. Sie alle 
erzählen eigene Geschichten, folgen aber 
zugleich einer übergeordneten Chronologie.

Text: Charlyn Ruch Bilder: Magdalena Kick

Besucherinnen und Besucher der Ausstellung können in die Überlegungen des Designs von ICE-Zügen eintauchen und gleichzeitig die verschiedenen Farbwelten der Bahn erkunden. Nach dem 2. Weltkrieg und der Teilung Deutschlands in Ost und West veränderten sich auch das Design und die Gestaltung von Exterieur und Interieur der Züge. Spannende Unterschiede aber auch starke Ähnlichkeiten der Entwicklungen in der damaligen BRD und DDR können durch originale Ausstellungsstücke begutachtet werden.

Ähnlich, aber doch verschieden

Neben Exponaten aus der Vergangenheit wie zum Beispiel Sessel und Sitze der 1. Klasse sowie Berliner S-Bahn-Türen sind auch seltene 1:10-Modelle aus der Zeit um 1900 zu bewundern – eine Zeitreise ist hier also vorprogrammiert. Janina Baur, wissenschaftliche Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing im DB Museum, erzählt beispielsweise vom „Stromlinien-Fieber, das in den 1930er Jahren ein allgegenwärtiger Trend war. Namhafte Gestalter „streamstylten“ nahezu alles.

Die Sonderausstellung läuft noch bis Mitte Juni 2022.

Packaging / IGN Niederegger Lübecker Marzipan.

So wurde neben Lokomotiven auch das klassische Bügeleisen auf einmal in Stromlinienform hergestellt.“ Denn: Stromlinienförmige Fahrzeuge (jeglicher Art) waren ein international verstandenes Zeichen für technischen Fortschritt. Noch heute ist diese spezielle Form sowohl bei zahlreichen Alltagsgegenständen als auch im Schienenverkehr zu beobachten.

Facettenreich

Design wird in der Ausstellung in allen Facetten betrachtet, von Logos über Fahrkarten und Bahnhofsschildern bis hin zur Lok. Insgesamt wurde nach der Gründung des Design-Centers der Deutschen Bundesbahn Ende der 1960er Jahre Design immer stärker als Wirtschaftsfaktor verstanden und auf alle Fachbereiche ausgeweitet. Doch was die wenigsten wissen: Einige bekannte Designer und Ingenieure, die für Stücke abseits des Schienenverkehrs bekannt sind, entwarfen oder entwerfen noch heute verschiedenste Gegenstände für die Deutsche Bahn. Gegenwärtig dürfte Guido Maria Kretschmer, deutscher Modedesigner und bekannt für das TV-Format Shopping Queen, einen entscheidenden Beitrag zum Design in und um die Bahn geleistet haben. Er entwarf die im August 2020 eingeführte Uniform der DB-Mitarbeiter:innen. Und die Besonderheit daran ist – die Mitarbeitenden konnten selbst Hand anlegen und sich mit Ideen und Wünschen einbringen. So wurde das eher knallige und DB-typische Rot für die neuen Uniformen auf Wunsch der 60 operativ Mitwirkenden durch das sogenannte „Service-Rot“, ein edles Burgunderrot, abgelöst. Die neue Farbgebung könnte sich zukünftig auch in den Farbentscheidungen des Interieur-Designs neuer Züge widerspiegeln. Es lohnt sich also, bei der nächsten Bahnfahrt auch auf die vermeintlich kleinen Details zu achten.

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