Eine Arena, die’s in sich hat

28. Januar 2022 | Business

Einmal auf den Brettern stehen, die die Welt bedeuten! Allerdings nicht die Bühnenbretter berühmter Theater oder Opernhäuser, sondern auf den Bühnen, auf denen Elton John und Robbie Williams gesungen haben. Wo Bob Dylan und Pink auftraten. Oder einmal die Garderoben besuchen, in denen sich Anastacia, Bryan Adams und Udo Jürgens fit gemacht haben. Oder auch einfach mal das blanke Eis betreten, über das der Puck zum Beispiel bei der Eishockey-WM schoss. Alles möglich in der ARENA NÜRNBERGER Versicherung.

Text: Till Ochner Bilder: Magdalena Kick

Wir durften einen spannenden Blick hinter die Kulissen der großen Veranstaltungshalle zwischen dem Nürnberger Zeppelinfeld und dem Max-Morlock-Stadion des 1. FC Nürnberg werfen. Unser kompetenter Führer durch das riesige Gebäude war Oliver Dürrbeck, Leiter Marketing und PR der ARENA Nürnberg Betriebs GmbH. Und er wusste viel zu berichten über die ARENA, seit gut 20 Jahren eine der größten Veranstaltungshallen in Bayern.

Ihre Entstehung hatte die ARENA vor allem dem Niedergang des Linde-Stadions im Norden der Stadt zu verdanken. Dieses erste Eissportstadion, im Olympiajahr 1936 vom Pionier der Kühltechnik realisiert, verfügte gerade einmal über 4.200 Besucherplätze, wovon nur 800 Sitzplätze waren. Die erst später errichtete Halle war immer zu klein, zu kalt und entsprach nie den Ansprüchen an eine moderne Sportstätte. Kurz nach dem Baubeginn der ARENA 1999 und ihrer Fertigstellung 2001 wurde das alte Linde-Stadion abgerissen und durch das Einkaufszentrum Mercado ersetzt. Seitdem haben die Eissportfreunde, vor allem die Nürnberg Ice Tigers und seit 2014 auch die Handballer des HC Erlangen ein neues Zuhause am Dutzendteich. Aber eben nicht nur die: „Um das Gebäude finanzieren zu können, wurde es von Anfang an als Multifunktionsarena konzipiert. Nur so können Großveranstaltungen praktisch jeder Art durchgeführt werden. Die ARENA ist die große Eishockey-Halle mit drei Eisflächen aber auch eine Sportarena für die unterschiedlichsten Sportarten. Außerdem ist sie mit fast 2.000 Quadratmeter Veranstaltungsfläche Schauplatz vieler Konzert-Highlights, sogar für Zirkus und Pferdegalas wie die beliebte Cavalluna aber auch für Messen und andere Veranstaltungen oder Zusatzspielort für Rock im Park. Rein rechnerisch stehen 11.000 Plätze zur Verfügung, eine realistische Belegung geht bis knapp 10.000 Besucher“, schildert Oliver Dürrbeck.

Herausforderungen

Durch die multifunktionelle Nutzung muss natürlich auch immer umgebaut werden. Da die Eissport-Saison von August/September bis Mai geht, bleiben die Eisflächen erhalten, für andere Veranstaltungen werden entsprechende Böden darübergelegt und die Werbeflächen aktualisiert. Dürrbeck schildert uns das Prozedere: „Die Bodenplatte ist schlichter Beton, der im Juli zuerst weiß gestrichen werden muss. In der Platte verlaufen wie bei einer Fußbodenheizung Leitungen – nur nicht zum Erwärmen, sondern zum Herunterkühlen. Dann bringen unsere Eismeister (so heißen die Spezialisten mit ihrer Zusatzausbildung tatsächlich) mit Wasser ganz langsam eine Eisschicht nach der anderen auf. Bis eine vernünftige Dicke von etwa 5 Zentimetern erreicht ist, braucht‘s rund vier Wochen. Der Umbau von der Eishalle zur Konzerthalle muss jedoch meist über Nacht geschehen. Dafür haben wir eingespielte Teams und zuverlässige Helfer aus langjährigen Partnerschaften. Ist die Eis-Saison vorbei, schalten wir die Kühlung aus, tauen wir ein paar Tage ab und lassen das Wasser abfließen.“

Mit Oliver Dürrbeck, Leiter Marketing und PR der ARENA NÜRNBERGER Versicherung, werfen wir einen Blick hinter die Kulissen.

Eissportfreunde, vor allem die Nürnberg Ice Tigers und seit 2014 auch die Handballer des HC Erlangen haben am Dutzendteich ein Zuhause gefunden.

Blick hinter die Kulissen

Bei unserem Gang durch die Katakomben, den weitläufigen Künstlerbereich mit den Garderoben, verrät uns Dürrbeck ein wenig mehr über die Wünsche von Künstlerinnen und Künstlern, die über Bühnenanweisungen an die Veranstalter weitergegeben und dann in der Regel durch Dienstleister erfüllt werden: „Natürlich haben manche Stars auch recht ausgefallene Wünsche. So gibt es Künstler, die gerne bunte Smarties essen – aber eben keine blauen. Die werden dann eben aussortiert. Auch fürs Catering gibt es ganz genaue Anweisungen mit manchmal sehr ausgefallenen Vorgaben. Es kommen Stars, die nicht nur ihre eigenen Teppiche, Vorhänge und Leuchten mitbringen, sondern sogar ihren eigenen Koch mit eigenem Herd. Dann wird eine kleine Privatküche vorbereitet, damit der Künstler in Nürnberg nicht verhungern muss.“ Da auch der Sicherheitsaspekt bei Großveranstaltungen – gerade bei brisanten Sportderbys – nicht vergessen werden darf, findet sich im Erdgeschoss eine eigene kleine Polizeiwache, sogar mit Arrestzelle, die angeblich noch nicht genutzt werden musste. Besetzt wird diese Wache allerdings nur bei Bedarf, bei Betriebsfeiern bleibt sie natürlich leer.

„Wenn manche Franken bedauern, dass bestimmte Konzert-Highlights nicht nach Nürnberg kommen, sondern nur nach Berlin oder München, so liegt dies schlichtweg an der Finanzierbarkeit. Trotz ihrer Größe und Vielseitigkeit kann unsere ARENA nicht jedem Star genug Platz bieten. Durch den heute riesigen Aufwand für die Bühnenshow, die Gage und weitere Kosten kommen Summen zusammen, die umgelegt auf die mögliche Kapazität Kartenpreise von mehreren hundert Euro erfordern können. Dies würde sich aber kaum vermarkten lassen. Alles in allem sind wir ein Veranstaltungsort der kurzen Wege mit guter Verkehrsanbindung und zahlreichen Parkmöglichkeiten, und für unsere Mieter bieten wir eine ausgesprochen flexible Nutzung durch unterschiedlichste Konzepte und Service-Angebote seitens der ARENA und ihrer Partner“, erklärt uns Oliver Dürrbeck bei unserer Führung mit vielen interessanten Blicken hinter die Kulissen.

Zwischen Dutzendteich und Max Morlock-Stadion befindet sich die ARENA Nürnberg.
Bild: Stephanie Recknagel

Die Fantastischen Vier sorgten 2019 für eine ausverkaufte ARENA Nürnberg.
Bild: Stephanie Recknagel

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