Die Kunst der Dokumentation: Axel Eisele

10. Dezember 2020 | People

Dokumentation von heute für morgen. Fotografie als Instrument der Kommunikation. Vergangene Realitäten festhalten. Fotografie ist vielschichtig. Axel Eisele ist einer von 10 Administratoren der Igers Nürnberg. Seine Bilder zeigen meist Architektur, Dokumentation und Abstraktes in schwarz-weiß. Mit ihm haben wir uns über die Faszination an der Fotografie unterhalten.
Bilder: Axel Eisele
Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Axel Eisele: Das ist ein eher seltsamer Weg: Als (Hobby-)Tauchlehrer habe ich mich auf das Thema Süßwasserbiologie spezialisiert und Kurse für Taucher gegeben. Für Präsentationen habe ich dann bei hunderten von Tauchgängen die vielfältige Flora und Fauna unserer heimischen Seen und Flüsse fotografiert. Irgendwann hab’ ich dann gemerkt, dass mir Fotografie auch über Wasser Spaß macht.

Was fasziniert dich daran?
Axel: Fotografien zeigen immer eine vergangene Realität. Mit der Kamera kann man auf kreative Weise die Zeit „einfrieren“ und für die Zukunft festhalten. Fotografie ist auch ein Instrument der Kommunikation, denn sie transportiert Inhalte in einer „Bild-Sprache“, die jeder leicht verstehen und wahrnehmen kann. Damit liegt die Faszination für mich in der Dokumentation: Das Heute festhalten und in die Zukunft transportieren, um so Vergleiche „Früher“ und „Heute“ kommunizierbar zu machen.

Dokumentarische Architekturfotografie, meist ohne Menschen, ist mein Fokus. Orte, die sich verändern und die es bald nicht mehr gibt, haben daher einen besonderen Reiz. Meine Fotos sind dabei fast ausschließlich Schwarz-Weiß-Aufnahmen, denn eine Reduktion der Farbe erhöht die Aufmerksamkeit auf die Formen.

Neues Museum Nürnberg.
Volksbad Nürnberg.

Wie kam es zu den IGERS und was macht ihr?
Axel: Unser Kanal @igers_nuernberg wurde 2015 gegründet, im engen Zusammenwirken mit dem städtischen Instagramkanal @nuernberg_de, vom Onlinebüro des Presseamtes. Bilder, getaggt mit #igersnürnberg, bilden den visuellen Kern unseres Kanals. Mittlerweile sind es 145.000 Aufnahmen, die unsere Stadt durch unterschiedlichste Ideen und Perspektiven der Fotografierenden immer wieder neu entdeckbar machen.

Der Kanal „lebt“ von den Bildern und der Kreativität unserer Follower, aktuell mehr als 11.600 Abonnenten. Unsere 10 Administratoren, zu denen ich seit ein paar Jahren gehören darf, arbeiten jeden Tag für den Kanal: Zwei tägliche Reposts unserer Lieblingsbilder, ein monatlicher Fotowettbewerb zu einem spannenden Thema, Organisation von Fotowalks in Stadt und Region, Durchführung von aufwändigen Ausstellungsformaten und Betrieb der Homepage www.igersnuernberg.de.

Was sind deine schönsten Fotospots in der Region?
Axel: Es gibt zwei unglaublich schöne, vielfältige und völlig gegensätzliche Fotospots in der Stadt:
Das ist einmal die moderne und harte Architektur des Neuen Museums Nürnberg aus Stahl, Glas und Beton am Klarissenplatz im Herzen der Stadt.

Zum anderen ist es das Volksbad Nürnberg in Gostenhof mit seinen weichen Jugendstilelementen, das noch ein Lost Place ist aber bald revitalisiert wird. Als Mitarbeiter des Liegenschaftsamtes hatte ich das Glück, es – im Sinne der Worte – von oben bis unten erkunden zu können.

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