Miteinander am Ball bleiben: Katharina Fritsch

3. März 2020 | People

Fitness aus Spaß oder als Gesundheitsgarant. Sport als Notwendigkeit, aber auch als Engagement. Themen, die in den letzten Jahren immer mehr in den Fokus rücken. Sport bewegt uns – als Person, als Fan und als Gesellschaft. Eine Begegnung mit Katharina Fritsch vom 1. FC Nürnberg.

Text: Tibor Baumann Bilder: 1. FC Nürnberg

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Vereine und Verbände stehen nicht nur für Siege, für die Fitness ihrer Athletinnen und Athleten, sie müssen auch eine größere, gesellschaftlich relevante Verantwortung übernehmen. Dabei sind vor allem die Sportarten gefragt die im Trend liegen und auch dementsprechende Reichweite durch finanzielle Möglichkeiten und die gegebene, wirtschaftliche Infrastruktur haben. Der Fußball gehört ganz klar dazu. In Nürnberg bedeutet das konkret: der 1.FCN.

Engagement und Verantwortung

Begegnet man dieser Seite des Fußballvereins, so trifft man auf 
Katharina Fritsch. Seit 2007 ist sie beim Club und leitet seit 2010 die Abteilung für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Mit frischem Lächeln und sportlich leichtem Auftreten, zeigt sie ihre Freude an ihrer Arbeit und gleichzeitig die ernsten und genauen Überlegungen, die sie sich zu den Aufgaben und Möglichkeiten des Clubs macht.

Katharina Fritsch hat zu Sport und Gesellschaft, aber auch zur eigenen Fitness und dem Engagement einer Institution wie dem Club ein Gesicht zu verleihen, eine ganz besondere, biografische Beziehung. Gebürtig aus Halle, trainierte sie zuerst in der ehemaligen DDR und wurde 1996 Teil des Olympiateams der Rhythmischen Sportgymnastik Deutschlands. Leistung, Druck und Härte schon früh erfahren, wurde die geistige Ausbildung dann zum zweiten Ziel der talentierten, jungen Frau. Nach ihrem Abitur absolvierte sie ein Studium der Theater- und Medienwissenschaft sowie Politik und Wirtschaft. Sie behielt sich ihr Interesse für die Geschichtswissenschaften bei, arbeitete studienbegleitend beim deutschen Olympischen Sportbund und bei den Vereinten Nationen in New York und startete ihre Karriere nach ihrem Studium im Nürnberger Staatstheater in der Öffentlichkeitsarbeit. Der Weg zum 1. FCN war die folgerichtige Zusammensetzung der vielseitigen Interessen.

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Über die sportliche Leistung und den finanziellen Profit hinaus soll hier einer gesellschaftlichen Aufgabe nachgegangen werden: Abbild und gestaltender Teil der Gesellschaft. „Fußball hat großen Einfluss auf die Gesellschaft. Dieser Verantwortung muss man sich bewusst sein“ sagt Katharina Fritsch, „wir wollen den Zeitgeist und den Fußball nutzen um uns gemeinnützig in der Region zu engagieren.“ Die Presseabteilung des 1. FC Nürnberg unter der Leitung von Katharina Fritsch engagiert sich auf vielfältige Weise für diverse Projekte. Sportangebote für Kinder und Jugendliche, Diskussionen zum Umgang mit E-Sports, Ernährungsberatung, Angebote für geflüchtete Menschen und für Menschen mit Einschränkungen. Katharina Fritsch sieht hier eine Chance für Alle, auch für die gesellschaftlich benachteiligten, eine Plattform zu schaffen.

Vor allem in Nürnberg spielt dabei auch die Aufarbeitung der Vergangenheit eine wichtige Rolle. Das Archiv wird nach und nach digital zugänglich gemacht, um jeden den Einblick in die Geschichte zu gewähren. „Wir haben 2012 eine Initiative der Fangruppierung „Ultras Nürnberg“ zum Gedenken an den jüdischen Trainer Jenö Konrád zum Anlass genommen, die Fanarbeit zu den Themen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus auszubauen. Wir als Verein können solche Initiativen stärken.“ Dabei wird die Gegenwart nicht außer Acht gelassen. Katharina Fritsch engagiert sich seit vielen Jahren im Zusammenschluss gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion. Es findet hier ein Austausch statt, ein sich gegenseitig befruchtender Prozess der die Chance bietet nicht nur historisch aufzuarbeiten, sondern auch historisch gewachsenen Strukturen aufzubrechen und neu zu denken: „Der Fußball ist eine Männerdomäne – Frauen in Führungspositionen sind nach wie vor unterrepräsentiert. Eine bessere Vernetzung untereinander wäre sicherlich hilfreich. 
Frauenquoten sind aus meiner Sicht aber keine Lösung, Kompetenz sollte über Positionen entscheiden“ so Katharina Fritsch.

Sport ist Begegnung

Und Haltung ist es, die dem Sport, der eigenen Fitness dann auch wieder zu Grunde liegt. Das Gefühl der Bewegung zu genießen, sich gut zu fühlen, im eigenen Körper zu sein. Und das gemeinsam zu erleben: „Mein Mann und ich gehen am liebsten in den Nürnberger Burggraben, um Sport zu treiben“ erzählt sie strahlend. Und dass sie dort von ein paar Jugendlichen nonchalant zum Fußballspielen eingeladen wurden. Sport ist Begegnung – wenn wir uns nur gegenseitig die Möglichkeit dazu geben.

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